#47 Ankommen, langsam, schnell, in eigenem Tempo.

Nach drei Monaten Abwesenheit komme ich zu Hause an. Zuhause meint: die vier Wände, in denen ich seit einigen Jahren wohne, und die ich in einigen Wochen wieder verlassen werde.

Am ersten Tag schaffe ich es, für die Woche einzukaufen und meine Koffer auszupacken. Meine beiden neuen Kuscheltiere bekommen einen Platz in meinem Bett, der Amigurumi-Fuchs landet im Lieblingsregal. Yoga und Salsa streiche ich aus Gründen der Selbstfürsorge für heute von meinem Stundenplan.

Am zweiten Tag erzähle ich einem Therapeuten, was mich zu ihm geführt hat. Ich gehe mit einer Freundin essen und in der Brotgalerie Kaffee trinken. Ich gehe zum Friseur, wo ich mir die Haare schneiden und glätten lasse, und versuche vorher, eine Wohnung zu besichtigen. Ich schminke mich und ziehe einen Rock an. Karaoke wird für den heutigen Abend gestrichen. Stattdessen lese ich Jorge Bucay.

Am dritten Tag schlafe ich aus, dann putze ich das Bad, wasche Wäsche, brate Kartoffeln, telefoniere mit der Sprechstundenhilfe meiner Hausärztin, schreibe Bewerbungen, kaufe Äpfel und Saft, suche im Netz nach Wohnungen und leihe Bücher aus der Stadtbibliothek mit der Signatur Mcl oder Mcg, die für die Sparte Psychologie stehen. Abends fällt mir die Entscheidung schwer zwischen Zazen und Luise Reddemanns Buch. Ich achte auf meine Bedürfnisse, jetzt, in diesem Augenblick, und entscheide mich für meinen Sessel und die Lektüre.

Für den vierten Tag plane ich eine Wohnungsbesichtigung bei Margherita, mit der ich regen Sms-Kontakt pflege.

Für den fünften Tag einen Spielenachmittag mit dem Kind und einen Mantraabend im örtlichen Yogastudio.

An allen Tagen schreibe ich auf Facebook mit meinen Freundinnen und Freunden.

So sieht das aus, das Ankommen nach drei Monaten DBT. Ich glaube, ich kann das, das mit dem Frust ausbalancieren und dem ABC GESUND.

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