#39 Zusammenreißen. Fallen.

Du setzt deinen Namen unter ein Schriftstück und weißt: Jetzt zusammenreißen. Ab jetzt zusammenreißen. Als würde das gehen, das Gegenteil von auseinander reißen. Als wäre da ein Reißverschluss, den man mit einem Zipp schließt. Geht ja gar nicht, denkst du, aber muss trotzdem.

Du hörst dir Dinge an, für die deine Ohren noch nicht erwachsen genug, dein Herz zu zertrümmert ist. Du hebst abwehrend den Arm und lässt die Worte daran abprallen. Manchmal verirrst du dich in einer Dissoziation, um dich vor dem Gewicht, der Schwere zu schützen. Dort kommt nichts an dich heran. Dort ist Watte um dich herum.

Du überlegst, wo die Fallen liegen, wo du sie aufgestellt hast, wo du jetzt Gefahr laufen wirst, in sie hineinzutappen, weil du ihre Position vergessen hast. Gefragt ist ein Name für diese Fallen. Du denkst an – du denkst an Momente, an Trigger, an Dinge, an dies und an das. Du denkst, vielleicht wäre Stolpern eine passende Bezeichnung. Vielleicht wäre Du angemessen. Er. Der. Helfer. Oder Retter. Oder etwas in die Richtung. Vielleicht auch E-Mail. Oder Paranoia.

Du brauchst dich nicht zu kümmern um das, was sonst deinen Alltag bestimmt hat. Hier hast du alles, einfach so. Hier wird alles geliefert, du musst nur konsumieren. Und die Zeiten einhalten, damit du nichts verpasst. Sinnieren auch, reflektieren, skizzieren. Wahrnehmen und beschreiben. Und dann inhalieren.

Zwischendurch ein, zwei Tage frei. Alltag kosten. Kind umarmen. Gänse betrachten.

Wo bist du glücklich, fragst du dich, und mit wem? Wo kommst du her, wo willst du hin und wie formulierst du das als Ziel.

Eine Woche bis du sie teilen musst, deine Ziele. Bis du sie präsentieren und vorführen musst. Das, was von nun an dein Leben vorantreibt.

Du streichst Adjektive aus deinem Wortschatz und ersetzt sie durch „erfreut“ und „Herausforderung“. Du hast keinen Schimmer, wohin das noch führt. Wenn keiner hinsieht, lässt du dich bewusst in die Adjektive hineinfallen. Du genießt ihre Anwesenheit, kuschelst dich in sie hinein. Meine lieben Adjektive. Und das ist auch okay.

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