Was darf die Liebe? – Kurzrezension

„Doch die Erinnerung kehrt manches um. Was wir tagtäglich getan haben, schnurrt zu Sprenkeln zusammen, beispiellose Begebenheiten hingegen und zufällige Begegnungen blühen wie Tintenkleckse auf einem Löschblatt auf.“ – Andrew Sean Greer: Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli in der Übersetzung von Uda Strätling

Selbstsüchtig drängt sich Max Tivoli in das Leben seiner großen Liebe. In drei verschiedenen Stadien seines Lebens baut er eine Beziehung zu Alice Levy auf, die ihrerseits auf einem komplexen Lügengebäude aufbaut: Er verschleiert seine Identität. Nicht seine äußere Gestalt macht ihn zum Monster, sondern das Kalkül und die Gewalt mit der er sich ein Leben mit Alice aneignet, seine Herkunft verleugnet und seinen besten Freund Hughie verrät.

Der Plot ist erschreckend, denn man kann sich schnell die Frage stellen: Ist das wirklich Liebe? Was ist Liebe? Was darf die Liebe? Denn verstehen kann man Max Tivoli auch. Er lebt rückwärts und dieses Schicksal zwingt ihn zur Lüge. Einsamkeit und Liebe sind die Triebkräfte seines Handelns.

Der Roman wiederum ist ein Wunderwerk. In sich schlüssig, sich langsam entfaltend, mit einigen Überraschungsmomenten und von sprachlicher Kunstfertigkeit.

I like. Nun widme ich mich der großartigen Judith Hermann mit Nichts als Gespenster.

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