Logo Blogger für Flüchtlinge
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Anmerkung: Es geschehen Dinge, über die ich die Übersicht verloren habe. Tausende Geschichten werden erzählt, dadurch dass Menschen sich oder etwas bewegen. Wege werden beschritten, mit aller Kraft, die vorhanden ist. Wege werden möglich gemacht. Räume werden dekontextualisiert, sie werden zu Zwischenräumen, Räumen des Wartens. Menschen schaffen Netzwerke aus dem Nichts. Schaffen Strukturen. Zeigen Hilfsbereitschaft. Eine Initiative ist #bloggerfuerfluechtlinge, die Blogger dazu aufruft, sich zum Thema zu äußern. Hier gibt es mehr Infos: http://www.blogger-fuer-fluechtlinge.de/

 

1
Mit offenen Armen stehst Du da. und empfängst alle, die da kommen. Jede*r findet darin einen Platz, Raum, Ort, ein Zuhause. Jede*r findet Gehör. Du bist so herzlich und gibst allen Mut. Augen fangen an zu leuchten, Herzen gehen auf.

2
Manchmal bedarf es zweier sehender Augen, die sich nicht allein auf sich
selbst verlassen, sondern im Blickkontakt mit anderen stehen.
Es braucht welche, die auf andere vertrauen. Es braucht Augen,
die im Für-, Mit- und Nebeneinander leben. Augen, die
wachsen. Augen, die den Raum brauchen und die Weite. Augen,
die manchmal ganz schmal werden. Wache Augen, die sich auch
Müdigkeit erlauben. Augen, die auch im Zwinkern wahrnehmen
und denen kein Zwinkern entgeht. Es braucht Augen, die ruhen
und rasten und in denen die Welt zum Stillstand kommt. Augen,
die die Welt gesehen haben und in denen Geschichten und
Abenteuer glitzern und lebendig werden. Augen für Worte und
Wörter, Bilder und Farben und Augen für Ästhetik.
Detailverliebte Augen und solche, die das große Ganze sehen.
Augen, die das Chaos und die Klarheit lieben. Es braucht Augen,
die reflektieren. Und manchmal Augen, die ihren gewohnten
Blick verlassen und einen anderen Winkel einnehmen. Augen
voll Neugier und Augen voll Stete. Augen, die Freude und Leid
kennen. Mutige und zaghafte Augen. Es braucht Augen, die
wissen, wie sich der Mücken-Joik einer Samin auf der Haut
anfühlt oder die Blicke von Passanten im Rücken. Augen, in
denen man lesen kann und Augen, die sich einem verschließen.
Und es braucht Augen, in denen sich das Gegenüber
widerspiegeln, in denen es eintauchen kann. Es braucht Augen,
die die Welt verstehen möchten und verändern wollen.

Foto: J. Luttmann
Foto: J. Luttmann

3
Ich fühle mich hier viel zu sicher, in meinen vier Wänden, in dieser Stadt, innerhalb der EU-Außengrenzen. Nichts kann mir hier passieren. Kein Feuer vernichtet meine Wohnstatt, niemand verbietet mir das Wort, ich weiß, dass morgen noch alles so ist wie es gestern war.

Es ist mein Entdeckergeist, der mich auf Reisen treibt, meine Neugierde, die mich anführt, nicht die Suche nach Sicherheit, nach einem Ort, an dem ich ohne Furcht leben kann. Denn dieser Ort ist hier. Ich genieße die maximale Freiheit, mein Leben so zu gestalten, wie ich das will. Zu sagen, was ich für (un)wichtig erachte. Zu fühlen, zu lachen und zu weinen, und meine Zukunft in aller Ruhe zu planen. Ich fühle mich hier viel zu sicher. Kein Krieg nennt sich mein Verfolger.

Ich bin feige, wenn es darum geht, mich für andere Menschen einzusetzen. Ich bin nicht blind und nicht herzlos, aber wohl bar jeden Mutes. Ich habe nichts zu geben, sag ich mir. STOPP. Ich habe viel zu geben, sag ich mir anstelle. Meine Stimme. Meine Aufmerksamkeit. Mein Mitgefühl.

Ich fühle mich nicht sicher, in mir. Und trage das nach außen. Ich sehe Menschen voller Mut und Stärke, bewundere sie und wünsche mir, dass es reicht. Dass es bewegt, was bewegt werden muss. Dass Menschen Menschen sein können, wo auch immer sie sich bewegen.

Ich kann nur über mich schreiben, weil ich nicht weiß, wie es Dir geht. Wenn ich meine Stimme erhebe, dann bin das immer ich, die spricht.

Fühlst Du Dich sicher? Hast Du Dich je sicher gefühlt? Ging Dir etwas verloren oder hast Du etwas gewonnen? Was treibt Dich an? Bist Du mutig oder ängstlich? Wovon träumst Du und was ist Dein sehnlichster Wunsch? Was ist Deine Stärke? Deine Schwäche? Und möchtest Du manchmal auch einfach verschwinden?

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